Berufsorientierung

Berufsorientierung

Berufsorientierungsjahr (BOJ)

Das Berufsorientierungsjahr ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler denen es nach Verlassen der Sekundarstufe I nicht gelungen ist, einen Hauptschulabschluss zu erlangen oder in ein Berufsausbildungverhältnis einzutreten.
Diese Jugendlichen lassen ein besonderes Förderbedürfnis erkennen. Sie sollen im Rahmen des BOJ so geschult werden, dass sie einen Übergang in berufliche Ausbildung oder Tätigkeit finden und den Hauptschulabschluss erwerben.

Da in diesen Klassen jeder Schüler besondere Aufmerksamkeit benötigt, wurde die Klassengröße auf 16 Teilnehmer begrenzt.
Gleichsam gilt das Klassenlehrerprinzip, d.h. der Klassenlehrer unterrichtet mit einem hohen Wochenstundenanteil, der bei ca. 10 Unterrichtsstunden liegt.

Gemeinsames Ziel der Unterrichtenden dieser Klasse ist die größtmögliche Beteiligung aller bei der Mitgestaltung im Unterricht. In den Fächern Deutsch und Mathematik und Englisch finden verstärkte Förderungen statt, um so die Leistungsfähigkeit Einzelner zu stärken. Handlungsorientierung, fächerübergreifender Unterricht und die Durchführung von Projektarbeit gelten als Unterrichtsprinzipien.
Erfahrungen in praktischen Tätigkeiten erhalten die Schülerinnen und Schüler der BOJ im Rahmen des Unterrichts in drei Berufsfeldern der Schule: Hauswirtschaft, Körperpflege und Textilverarbeitung. Durch die Aktivität in diesen Bereichen wird es ihnen möglich ihre eigenen Stärken und Schwächen auszuloten und Schwerpunkte bezüglich ihres weiteren beruflichen Werdegangs zu setzen. Dieses wiederum erleichtert eine anschließende Berufswahlorientierung und Berufsfindung.

Neben der Möglichkeit das Berufsorientierungsjahr in Vollzeitform zu absolvieren, ist es auch machbar, verschiedene Teilzeitangebote zu wählen.
Insbesondere für "schulmüde" Schüler/innen bietet sich diese Form an.
Hier werden "Kombiklassen" und "Werkstattjahr" angeboten. In beiden Fällen gilt es schulische Anteile mit berufspraktischen Anteilen zu ergänzen (2 Tage Besuch des Berufskollegs und 3 Tage Besuch einer Praxisstelle bzw. eines Bildungsträgers).
Auch hier ist es jeweils möglich, den Hauptschulabschluss zu erwerben.
Nach Beratung und Feststellung von Interessen und Fähigkeiten wird die Wahl der jeweils geeigneten Form beruflicher Orientierung durchgeführt.

Zur Information und Beratung der Schüler finden regelmäßig im Hinblick auf weiterführende Abschlüsse, Lehrgänge oder Ausbildungsmöglichkeiten, Bildungsgangberatungen und Bewerbertrainings statt.




Berufsorientierungsjahr-Förderklasse

Wegen des hohen Anteils jugendlicher Seiteneinsteiger/innen (16 Jahre und älter) ohne ausreichende Deutschkenntnisse bietet das Berufskolleg Königstraße seit dem Schuljahr 95/96 eine Förderklasse an.
Die Förderklasse hat das Ziel, spätausgesiedelte und ausländische Jugendliche systematisch auf die sprachlichen Anforderungen einer Ausbildung sowie eine Berufstätigkeit vorzubereiten.

Aus diesem Grund beinhaltet der Stundenplan einen hohen Anteil sprachlicher Förderung in Verknüpfung mit berufspraktischen Anteilen.

Die Konzeption sieht eine abgestimmte Förderung zur Verbesserung der Sprachkenntnisse für nahezu alle Fächer, die im Bereich des Berufsorientierungsjahr zu unterrichten sind, vor:
Dabei bildet Deutsch als Zweitsprache mit 12 Wochenstunden das Kernfach. Der Unterricht der anderen Fächern orientiert sich an den hier erarbeiteten Strukturen und ergänzt bzw. vertieft die erworbenen Kenntnisse durch fachspezifische Übungen und fachpraktische Bezüge.
Auf diese Weise wird mit Blick auf den Beginn einer Berufsausbildung der fachsprachliche Unterrichtsaspekt grundsätzlich mit einbezogen.


Berufsorientierungsjahr-Sonderpädagogik (BOJ-S)

Eine weitere Sonderform stellt das Berufsorientierungsjahr für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf dar. Hier werden Abgänger der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet, die schwerwiegend, umfänglich und langandauerd in ihrem Lernen beeinträchtigt sind und deutlich normabweichende Leistungs- und Verhaltensformen aufweisen. Alle Schülerinnen und Schüler der BOJ-S besitzen den von der Agentur für Arbeit zuerkannten Reha-Status.

Der Berufsschulunterricht in der BOJ-S ist auf die Entwicklung von Handlungskompetenz und Berufsqualifikationen gerichtet. Dazu werden typische Lernbehinderungsdefizite aufgearbeitet, um die Schülerinnen und Schüler auf die anschließenden Berufsausbildungen im Helferbereich vorzubereiten.

Die aktuellen didaktischen Jahresplanungen der Abteilung Sonderpädagogik fußen auf den Erkenntnissen sonderpädagogischer Didaktik und Methodik, den Ergebnissen mehrer Arbeitskreise zur Erstellung von Mindestanforderungen für die verschiedenen Rehaausbildungen (Beikoch/Hauswirtschaftshelfer/Verkaufshelfer) sowie den persönlichen Unterrichtserfahrungen der beteiligten Ausbilder und Lehrkräfte.