Schulcafé

Schulcafé

Das Berufskolleg Königstraße verfügt seit Dezember 1998 über einen zum Café umfunktionierten ehemaligen Schüler-Raucherraum, der mit den geringsten Mitteln (viel Arbeit, Farbe und Organisationstalent) zu einer zwanglosen Kommunikationsstätte für Schülerinnen und Schüler umgestaltet wurde.

Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung der Idee "Schul-Café" waren insbesondere die RAA der Stadt Gelsenkirchen, die SV des Berufskollegs und viele Kolleginnen und Kollegen sowie auch die sozialpädagogische Betreuerin der Schule.

Das Café ist für die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs (ca. 2000) seit dem Eröffnungstag ein außerordentlich gut besuchter Treffpunkt während der Pausen. Die Leitung und Organisation des Cafés obliegt Frau Murnig (Abteilung Gastronomie/Küchenmeisterin).

Das Angebot an Speisen und Getränken wird überwiegend im fachpraktischen Unterricht der BGJ-HG vorbereitet und während der Pausen als Verpflegung zum Verkauf angeboten. Durch diesen Einsatz des Bildungsgangs kann ein großer Teil des Verpflegungsangebots abgedeckt werden. Die dazugehörige Wäschepflege und die Lagerhaltung wird ebenfalls von dieser Klasse übernommen. Die bisherigen Erfahrungen in dieser Ausbildung haben gezeigt, dass dadurch die Eingliederung ins Berufsleben für die Schüler/innen gut funktioniert.

In Anlehnung an die Idee "Öffnung von Schule" soll das Schul-Café Möglichkeiten bieten, den gesamten Lebenszusammenhang Jugendlicher im Blick zu behalten und Lernen mit anderen Dimensionen des Lebens zu verbinden. Schule soll demzufolge als Begegnungsstätte verstanden werden, in der dem Klima des Lernens und der Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler eine besondere Bedeutung zukommt. Die Arbeit im Schulcafé kommt der Wirklichkeit im Berufsleben sehr nahe. Dienstleistung und Produktion sind sehr stark miteinander verbunden. Die Schüler/innen werden in einem Rotationssystem (2-3 SchülerInnen) außerhalb des eigentliche Praxisunterrichts dazu angehalten, selbständig und eigenverantwortlich für je 6 Wochen im Bereich Verkauf, Produktion, Lagerhaltung und Wäschepflege zu arbeiten. Diese Teams werden regelmäßig verändert, damit Schüler/innen ihre Mitschüler/innen anlernen.

Außerhalb der Arbeit im Schulcafé werden auch Veranstaltungen der Schule gastronomisch betreut, z.B. Schüler- und Kollegiumsfeiern, Arbeitskreise und schulische Veranstaltungen mit Außenwirkung.

Diese genannten Aspekte stehen in enger Verbindung zu den Erfordernissen der interkulturellen Erziehung, in der die Vermittlung von Fähigkeiten zu Toleranz und Akzeptanz gegenüber der eigenen Kultur und gegenüber fremden Kulturen im Vordergrund steht. Dieser Lernaspekt scheint gerade für unsere Schule unabdingbar, da der Anteil jugendlicher Migrantinnen und Migranten - je nach Schulform – im Durchschnitt 30% beträgt.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist in der Prävention von Gewalt zu sehen, da es unerlässlich ist, Methoden gewaltfreien Umgangs zu entwickeln und die Ursachen von Gewalt transparent zu machen. Gemeinsame Erlebnisse und Aktionen – ausgehend von dem Schul-Café - sollen im Sinne einer Interessensverlagerung neue Möglichkeiten bieten, Selbstbestätigung zu erlangen und verbindende Gemeinsamkeiten anstatt Gegensätze in den Vordergrund zu stellen.